Auch nach Ende der Behandlung bestehende Informationspflicht des Arztes

Der Arzt hat sicherzustellen, dass der Patient von Arztbriefen mit bedrohlichen Befunden und von der in dem Arztbrief angeratenen Behandlung Kenntnis erhält. Dies gilt auch dann, wenn der Arztbrief nach einem Ende der Behandlung bei dem Arzt eingeht. Der Arzt, der als einziger eine solche Information bekommt, muss den Informationsfluss aufrechterhalten, wenn sich aus der Information selbst nicht eindeutig ergibt, dass der Patient oder der diesen weiterbehandelnde Arzt sie ebenfalls erhalten hat.

Künstliche Befruchtung mit falschem Sperma – Schmerzensgeld

Befruchtet ein Arzt eine Frau bei einer künstlichen Befruchtung (heterologe Insemination, Einbringung von Samen eines fremden Spenders) mit einem falschen Sperma, ist er zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verpflichtet, wenn bei einer erneuten künstlichen Befruchtung zwecks Erreichung von Vollgeschwistern dieser Wunsch infolge der Befruchtung mit einem falschen Samen nicht erreicht werden kann. Dies kann für die Mutter zu schweren psychischen und physischen Belastungen mit weitreichenden Auswirkungen führen, so dass neben dem Schmerzensgeld auch Schadensersatz zu leisten ist.

Mittlerweile auch Arztpraxen von multiresistenten Keimen betroffen

In Krankenhäusern ist das Auftreten von multiresistenten Keimen bereits seit Jahren ein erhebliches Problem. Inzwischen treten auch in Arztpraxen vermehrt multiresistente Keime auf, gegen die kein Antibiotikum hilft.  Die steigenden Raten an Patienten, die sich mit einem nicht therapierbaren multiresistenten Keim infizieren ist auch auf das teilweise verantwortungslose Verhalten von Ärzten zurückzuführen. Zu oft werden Antibiotika (beispielsweise Cefuroximaxetil) verschrieben, obwohl dies verfüht ist oder obwohl dies keine Besserung bringen kann wie etwa bei einer Virusinfektion. Folge hiervon kann sein, dass es bei einem eintretenden Erstfall zu einem Therapieversagen kommt, weil der Keim multiresistent ist, so dass das Antibiotikum nicht anschlägt. Insbesondere MRSA-Keime (Methicillin-resistenter S. aureus) und VRE-Keime (Vancomycin-resistente Enterokokken) spielen eine besondere Rolle. Auf dem Vormarsch sind Carbapenem-Resistenzen bei E. coli und Klebsiellen.

Frühchenstation Virchow-Klinikum – Säuglinge mit MRSA besiedelt

Am 27.03.2018 wurde bekannt, dass es auf der Frühchenstation des Virchow-Klinikums bei drei Säuglingen zu einer Besiedelung mit multiresistenten Keimen gekommen ist. Es handelt sich um den MRSA-Keim. Zunächst befanden sich die Keime lediglich auf der Haut. Eine Infektion konnte bisher im Blut der Säuglinge nicht nachgewiesen werden. Gerade der MRSA-Keim ist besonders resistent gegen Antibiotika. Es gibt kaum eine Behandlungsmöglichkeit.

Sollte Ihr Kind in diesem oder einem anderen Fall betroffen sein von einer Besiedelung oder gar einer Infektion mit einem multiresistenten Keim wie dem MRSA prüfe ich für Sie sämtliche aus Krankenhaushaftung in Betracht kommenden Ansprüche und mache diese umfassend geltend.

Kontaktieren Sie mich unter 030/ 29 77 35 74-7 oder info@rechtsanwalt-dobek.de. Schildern Sie mir Ihr Anliegen.

Befunderhebungsfehler bei unterlassener Verlegung in hinreichend ausgestattenes Krankenhaus

Ein Krankenhaus ist zum Schadensersatz verpflichtet, wenn es zwar die Notwendigkeit von weiteren Befunderhebungen erkennt, jedoch trotz fehlender Ausstattung mit hierfür notwendigen medizinischen Geräten keine unverzügliche Verlegung in ein hinreichend ausgestattenes Krankenhaus veranlasst. Kommt es aufgrund dessen zu einer verspätet eingeleiteten Behandlung und tritt beispielsweise deshalb eine Hirnvenenthrombose mit einer nachfolgenden geistigen Schwerstbehinderung ein, kann sich das Krankenhaus nicht entlasten. Dem geschädigten Patienten kann eine Beweislastumkehr dahingehend zugute kommen, dass die unterlassene Befunderhebung ursächlich für den eingetretenen Schaden ist. Gibt es in einem Krankenhaus eine besondere Abteilung für Schlaganfälle und ist diese jedoch technisch und/ oder personell nicht hinreichend ausgestattet, haftet das Krankenhaus auch aufgrund eines Organisationsmangels.

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Komplikationen Neulandmethode (schmerzende Scheide nach Netzimplantation)

Wählt der Arzt eine Neulandmethode, hat er den Patienten über diesen Umstand sowie über die alternativen Behandlungsmethoden aufzuklären. Es bedarf einer besonderen Aufklärung über die Neulandmethode, wenn diese noch keine Standardmethode darstellt. Bei einem neuen Operationsverfahren (hier: Netzimplantat bei Senkungsoperation) ist der Patient ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass unbekannte Komplikationen auftreten können. Bei Auftreten einer persistierenden Schmerzhaftigkeit der Scheide, kann ein Schmerzgeld von 35.000,00 € angemessen sein (OLG Hamm, Urteil vom 23.01.2018, 26 U 76/17).

Krebspatienten – Erhöhtes Risiko bei Operation in Krankenhaus mit wenig Erfahrung

Nach dem AOK-Qualitätsmonitor 2018 besteht insbesondere bei Lungenkrebspatienten, Darmkrebspatienten, Speiseröhrenkrebspatienten und Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten ein erhöhtes Risiko, wenn sie sich in einem Krankenhaus operieren lassen, das eine zu geringe Anzahl an Operation je Jahr in diesen Bereichen aufweist. Aufgrund dessen kommt es insbesondere in diesen Bereichen zu erhöhten Todesfällen, die vermeidbar wären. Der AOK-Qualitätsmonitor 2017 war bereits für den Bereich des Brustkrebs zu diesem erschreckenden Ergebnis gekommen. Fehlt es in einem Krankenhaus durch spezialisierte Chirurgen an Erfahrung, kann es schnell zu Behandlungsfehlern kommen.

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Unterdosiertes Krebsmedikament – Lebensgefahr

Immer wieder wird – wie gerade aktuell – bekannt, dass ein Apotheker aus Habgier in ihren Wirkstoffen unterdosierte Krebsmedikamente (beispielsweise Zytostatika) oder sonstige unterdosierte Medikamente absichtlich entgegen der ärztlichen Verordnung herstellt. Dies ist nicht nur ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz. Für die Patienten, die auf das Medikament angewiesen sind, besteht die erhebliche Gefahr einer Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustandes. Im schlimmsten Fall kann es zum Tod des Patienten kommen.

Wenn Sie den Verdacht haben, ebenfalls durch ein durch einen Apotheker unterdosiertes Medikament zu Schaden gekommen zu sein, unterstütze ich Sie gerne bei dem Nachweis und der Geltendmachung Ihrer Ansprüche gegen den Apotheker.

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Schmerzensgeld Hirnschaden Kind

Mit Urteil vom 04.04.2017 hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden, dass einem Kind ein Schmerzensgeld in Höhe von 250.000,00  € zu zahlen ist, wenn es aufgrund eines dem Arzt vorwerfbaren verspäteten Kaiserschnitts (Sectio) einen schweren Hirnschaden erleidet und infolgedessen dauerhaft unter schweren Störungen in seiner Entwicklung leidet.

Diagnosefehler bei Malaria-Erkrankung

Mit Urteil vom 21.03.2017 hat das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden, dass dem Arzt ein Diagnosefehler vorzuwerfen ist, wenn er trotz eindeutiger Symptome eine Malaria-Erkrankung nicht erkennt und dadurch ein Hirnödem zu einer Schädigung von Hirnzellen führt. Dem Patienten kann durch den Arzt nicht vorgeworfen werde, dass er vor der Reise nach Afrika keine Malaria-Prophylaxe vorgenommen hat.

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