Diagnosefehler bei Malaria-Erkrankung

Mit Urteil vom 21.03.2017 hat das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden, dass dem Arzt ein Diagnosefehler vorzuwerfen ist, wenn er trotz eindeutiger Symptome eine Malaria-Erkrankung nicht erkennt und dadurch ein Hirnödem zu einer Schädigung von Hirnzellen führt. Dem Patienten kann durch den Arzt nicht vorgeworfen werde, dass er vor der Reise nach Afrika keine Malaria-Prophylaxe vorgenommen hat.

Nichterkennung einer Fraktur auf Röntgenaufnahme

Erkennt der Arzt auf einer gefertigten Röntgenaufnahme eine vorhandene Fraktur nicht, obwohl sie für einen gewissenhaften Arzt auf der Röntgenaufnahme sicher zu erkennen gewesen ist und von einem solchen nicht übersehen werden durfte, liegt ein Diagnosefehler vor. Nach der Rechtsprechung hat der für die Auswertung des Befundes verantwortliche Arzt aufgrund der ihm gegenüber seinem Patienten obliegenden Fürsorgepflicht sämtliche Auffälligkeiten zur Kenntnis und zum Anlass für gebotene Maßnahmen zu nehmen, die er nach dem fachärztlichen Standard feststellen muss. Auch vor “Zufallsbefunden” darf er nicht die Augen verschließen. Ist dem Arzt ein Diagnosefehler unterlaufen, haftet er für den seinem Patienten dadurch entstandenen Schaden.

 

 

 

Arzthaftung nicht nur bei Behandlungsfehlern

Eine Arzthaftung kommt nicht nur bei einem Behandlungsfehler, sondern auch bei einem Aufklärungsfehler, Befunderhebungsfehler oder einem Dokumentationsfehler in Betracht, sofern dieser zu einer Schädigung führt.

 

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Darlegungspflicht des Patienten bei Sachverständigengutachten

Der Patient ist für den Behandlungsfehler darlegungspflichtig. Auch wenn schon ein Sachverständigengutachten vorliegt, muss sich der Patient mit dem Gutachten auseinander setzen und konkrete Behandlungsfehler des Arztes mindestens im Groben bezeichnen.

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